Regierungsbauten

#1 von Herrensee , 11.11.2018 17:30

Im Bundestag herrscht Platzmangel - doch teurem Neubau droht nun der Abriss

Im Bundestag herrscht Platzmangel. Immer mehr Büroflächen müssen angemietet werden - und das, obwohl eigene Gebäude leer stehen. So wie das Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses. Der Erweiterungsbau des Bundestagsgebäudes weist erhebliche Baumängel auf und könnte sogar ein Fall für die Abrissbirne sein.

Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Es handelt sich um Risse in der Bodenplatte, die unter Umständen so gravierend sind, dass das Gebäude abgerissen werden muss.

Wolfgang Kubicki, FDP-Abgeordneter und Vorsitzender der Baukommission des Deutschen Bundestages, sagte der Zeitung: „Momentan spricht viel dafür, dass es saniert werden kann, ganz sicher ist es nicht.“ Auch wenn es saniert werden könne, werde es ein Wackelkandidat bleiben, auf den man aufpassen müsse, so Kubicki. „Wenn man die größeren Risse schließt, durch die das Wasser momentan kommt, dann dringt es möglicherweise durch die kleineren Risse, die jetzt noch keine Probleme machen, weil sich der Druck woanders entlädt.“ Deswegen plädiert der FDP-Politiker und Vizebundestagspräsident dafür, das Lüders-Haus in Zweifelsfalle lieber abzureißen, als sich eine Endlos-Baustelle aufzuhalsen: „Einmal Flughafen Berlin-Brandenburg reicht.“

Der Bau des Gebäudes wird vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung betreut, dem BBR. Ein internes Papier der Bundestagsverwaltung stellt der Behörde nun ein miserables Zeugnis aus, wie die Zeitung berichtet. Sämtliche Bauten, die sie für den Bundestag realisiert, dauern demnach zwischen drei und acht Jahre länger als geplant. Und sie werden deutlich teurer, kosten bis zu 55 Prozent mehr.

Das Urteil der Bundestagsverwaltung: Das Bundesbauamt müsse „entlastet“ werden, und zwar „in erheblichem Umfang“. So hat die Baukommission veranlasst, dass die Behörde das unterirdische Besucherzentrum vor dem Reichstag nicht mehr bauen darf. Das übernimmt stattdessen die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Gleiches gilt für das Elisabeth-Selbert-Haus, einem Bundestagsgebäude Unter den Linden. Kubicki: „Damit haben wir für eine Entlastung des BBR und für mehr Wettbewerb gesorgt.“

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