Deponie Ihlenfeld

#1 von Bator , 30.11.2018 19:44

Die Deponie Ihlenberg gehört zu den größten ihrer Art in Europa.

Die Gesamtfläche des Standorts beträgt 165 ha. Für die Deponierung stehen 113 ha zur Verfügung. Die Deponie Ihlenberg gehört damit zu den größten ihrer Art in Europa. Entsprechend hoch ist die Aufnahmekapazität der Deponie. Es können täglich bis zu 4.000 t Abfall aufgenommen und in den Deponiekörper eingebaut werden.

Die jährliche Aufnahmeleistung liegt bei maximal 1 Mio. t Abfall. Die noch vorhandene Aufnahmekapazität beträgt ca. 7 Mio. m³, somit ist die Betriebsdauer der Deponie Ihlenberg noch für viele Jahre sichergestellt.
Die Deponie Ihlenberg entspricht in ihrer Bauform den Normen der Deponieklasse III, d. h. sie erfüllt die Anforderungen an die höchste technische Ausstattung (Abdichtungs-/Abdeckungssysteme) einer oberirdischen Sonderabfalldeponie.

Der Einbau der angelieferten Abfälle erfolgt lagenweise im sogenannten Dünnschichtverfahren, um eine möglichst hohe Dichte sowie hohlraumarme Ablagerung der eingebauten Abfälle gewährleisten zu können. Eine moderne, teils GPS-gestützte Flotte bestehend aus Raupen, Radladern, Dumpern und weiteren Großgeräten gewährleistet einen optimalen Einbau und die hohe Leistungsfähigkeit. Die Sicherheit unserer MitarbeiterInnen liegt uns dabei jedoch besonders am Herzen. Alle Geräte sind deshalb mit speziellen Schutzbelüftungs-anlagen ausgestattet, die die Maschinisten vor äußeren Einflüssen schützen.


 
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RE: Deponie Ihlenfeld

#2 von Schneeweiß , 30.11.2018 20:40

Die Deponie Ihlenberg, nach der früheren Bezeichnung VEB Deponie Schönberg heute noch oft Deponie Schönberg genannt, ist eine 1979 im Bezirk Rostock gegründete Abfallentsorgungsanlage für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle in Mecklenburg-Vorpommern. Sie gehört zum angrenzenden Selmsdorf.
Liegt innerhalb des ehemaligen Sperrgebietes der innerdeutschen Grenze.

Grundlage der Deponie Schönberg bildete der deutsch-deutsche Vertrag aus dem Jahre 1973.
Im Januar 1979 beschloss das Politbüro der DDR, dass im Bezirk Rostock unweit des Grenzgebietes eine Mülldeponie zu errichten sei. Diese Order wurde vom Rat des Bezirkes Rostock ebenfalls per Beschluss im März 1979 weiter an den Kreis Grevesmühlen delegiert. Den Kreistagsabgeordneten in Grevesmühlen wurde lediglich mitgeteilt, dass am Standort Ihlenberg eine Deponie für Bauschutt, Schlacke, Flugasche o. ä. eingerichtet werden soll. Von Sonderabfallstoffen war damals nicht die Rede.
Die ersten vier Jahre wurde die Deponie vom VEB Stadtwirtschaft Grevesmühlen betrieben. 1983 wurde sie in einen selbständigen bezirksgeleiteten Betrieb, den VEB Deponie Schönberg, umgewandelt.
In den ersten Monaten wurden etwa 15.000 Tonnen Bauschutt aus dem Raum Lübeck nach Schönberg verbracht. Auf diese Ablagerung von Bauschutt folgte entsprechend einem weiteren Politbürobeschluss aus dem Jahr 1980 dann die Verkippung von Sonderabfallstoffen. Eine Basisabdichtung, wie sie heute vorgeschrieben ist, war damals weder im Osten noch im Westen technischer Standard. Dumpingpreise und die unzulängliche Überwachung durch die DDR-Behörden machten die Deponie Schönberg für die europäische Abfallwirtschaft interessant. Der Preis für die Benutzung einer Müllverbrennungsanlage lag im westeuropäischen Wirtschaftsgebiet bei bis zu 300 DM pro Tonne, noch deutlich teurer war die Deponierung von Sondermüll in einer Untertagedeponie. In Schönberg dagegen konnte Müll für 20 DM pro Tonne entsorgt werden.
Der Müll kam unter anderem aus den Niederlanden. Neben den Philips - Glühlampenwerken NL gehörte in der Anfangszeit auch W. Biesterfeld u.Co. in Alphen, Blythe Cobours in Maastricht, Seado B.V und Oco Andeno zu den Kunden der Deponie. Unternehmen aus Westdeutschland waren unter anderem Dankers Hamburg-Heimfeld, Beiersdorf AG, Rastatt AG Niederlassung Hamburg, Reinger Sondermüllbeseitigung Wutöschingen-Horheim, ABG Messerschmitt - Blohm GmbH, K+S AG, Deutsche Shell AG Raffinerie Harburg, ABG Berliner Gaswerke Hamburg, C.F. Plump Bremen, Edelhoff Bramsche und die Ruhrkohle AG Essen.

Umweltverbrechen sonders gleichen.

Im Jahr 1982 wurde nach einem weiteren Beschluss des Politbüros der DDR die Deponie auch für Stoffe, in denen die vorgeschriebenen Grenzwerte der Giftklasse 1 und 2 eingehalten wurden, freigegeben. Kontrollen über die angelieferten Chemikalien konnten bis spät in die 1980er Jahre nicht durchgeführt

Hauptvertragspartner der DDR im Westen wurde das Hanseatische Baustoffkontor (HBK), das die alleinigen Vermarktungsrechte erhielt.

Nach 1989 übernahm zunächst die Treuhandanstalt den Deponiebetrieb, wobei aus Vermarktungsgründen gleichzeitig der Name VEB Deponie Schönberg in Ihlenberg-Deponie wechselte. Die Kontrolle über das Gelände behielt Adolf Hilmer. Ab 1993 wurden der DMG Deponie-Management GmbH die Nutzungsrechte vertraglich zugestanden, deren Hauptgesellschafter Hilmer und RWE Umwelt waren. Schließlich entstand die IAG (Ihlenberger Abfallentsorgungs-Gesellschaft). Die Verantwortung für die Nachsorge jedoch blieb in staatlicher Hand.

Seit 1996/98 befinden sich die Nutzungsrechte über die IAG wieder in staatlicher Hand. Durch eine Vielzahl von Sonder- und Ausnahmegenehmigungen, die sich die staatlichen Behörden selbst ausstellten, wird die Deponie heute unter dem Namen „Deponie Ihlenberg“ betrieben. Ein schlüssiges und verbindliches Schließungs-, Sicherungs- und Nachsorgekonzept gibt es nicht-

Jährlich wächst der Müllberg um ca. 600.000 Tonnen überwiegend überwachungsbedürftigen Sondermülls aus allen Teilen der Bundesrepublik. Die Höhe des Berges beträgt gegenwärtig etwa 110 Meter, die Grundfläche umfasst ein Gebiet von 82 ha. Anlagen zur Müllbehandlung, insbesondere des Sondermülls, sind am Ihlenberg nicht vorhanden.
Die Geschäftsleitung der IAG und die Mehrzahl der Aufsichtsratsmitglieder kommen aus Schleswig-Holstein, die Arbeitskräfte stammen zumeist aus Mecklenburg-Vorpommern.

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RE: Deponie Ihlenfeld

#3 von Gogol44 , 30.11.2018 20:42

Am 23. November 1981 traf eine Lieferung von Fässern aus Italien auf der Deponie ein, deren Inhaltsstoffe auf der Schönberger Deponie nicht bekannt waren. Wegen dieses Zwischenfalls auf der Deponie wurde der Zivilschutz aus Grevesmühlen hinzugezogen. Die Abfallstoffe – teilweise flüssig und in verschlossenen Fässern – wurden, so die Aktenlage, später in einem Sondergraben Sauer eingehaust. Durch „gezielte Maßnahmen“ der Stasi und mit Unterstützung des Hauptgesellschafters des HBK konnte der in diesem Zusammenhang mediengeführte „umweltpolitische Aufruhr“ auf westdeutscher Seite zurückgedrängt werden.


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