Garnison Greifswald

#1 von Demander , 13.03.2016 22:16

Ab 1951 entstanden „Grenzpolizeibereitschaften Nord“ mit Sitz in Greifswald, Stralsund und Bad Doberan mit 709 Mann Sollstärke und die "Lehrbereitschaft Mecklenburg". So entstanden drei Abschnitte mit jeweils zwei Kommandanturen und sechs Kommandos.

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RE: Garnison Greifswald

#2 von Labahn , 25.06.2016 00:14

Aber auch die Sowjets blieben lange in Greifswald.
Eine sowjetische Kommandantur war im Markt 11.
Bis in die 1960ger Jahre war der Schießstand Helmshagen auch von der Kommandantur für Schießübungen Pistole genutzt.

https://www.google.de/maps/place/Markt+1...9594!4d13.38227

Der SMAD-Bezirk Stettin hatte Sitz der Kommandantur in Greifswald. Er umfasste verwaltungstechnik den peussischen Teil von Pommern = Vorpommern.

Noch 1948 unterstand im Stettiner Hafen der SMAD-Transportverwaltung eine Umschlagstelle. In ihr waren 1835 Deutsche beschäftigt.


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zuletzt bearbeitet 25.06.2016 | Top

RE: Garnison Greifswald

#3 von Pit , 25.06.2016 01:02

Greifswald war infolge der ansässigen Reichsbahndirektion auch Sitz der Transportpolizei.

Anfang Juni 1945 wurde durch Offiziere der Roten Armee im Zusammenwirken mit deutschen Antifaschisten die Aufstellung eines Bahnschutzes auf dem Gebiet der Deutschen Reichsbahn in die Wege geleitet. Im wesentlichen war bis Ende Juli 1945 auf allen größeren Bahnhöfen ein Bahnschutz gebildet worden. Die Angehörigen des Bahnschutzes unterstanden den Dienststellen der Deutschen Reichsbahn. Die Dienststellenleiter der Bahnhöfe hatten die volle Befehlsgewalt gegenüber dem Bahnschutz in ihrem Bereich.
Mit dem Befehl Nr. 8 der sowjetischen Militäradministration (SMAD) vom 11.08.1945 wurde der Eisenbahnbetrieb in der sowjetischen Besatzungszone den deutschen Eisenbahnern übergeben. Im unmittelbaren Zusammenhang mit dieser Maßnahme erließ die SMAD den Befehl einen bewaffneten Bahnschutz mit der Bezeichnung Bahnpolizei aufzubauen. Dieser Befehl war die Geburtsstunde der sich später herausbildenden Transportpolizei.

Der Bahnschutz übte keine Polizeigewalt im Sinne des noch geltenden Polizeiverwaltungsgesetzes aus. Die strafverfolgende Tätigkeit oblag bis Oktober 1946, auch auf Reichsbahngebiet, allein den Dienststellen der örtlichen Polizei.

Im Befehl 220/49 des Chefs der Deutschen Volkspolizei vom 14.12.1949 wurde angeordnet, dass die Eisenbahn- und Wasserschutzpolizei unter der Bezeichnung Transportpolizei zusammengefasst wird.

Die für die zentrale Lenkung und Führung der polizeilichen Arbeit auf den Schienen- und Wasserwegen gebildete Hauptabteilung Transportpolizei (HA T) wurde in die neu geschaffene Hauptverwaltung deutsche Volkspolizei (HVDVP) eingegliedert.
Die bestehenden acht Bahnpolizeiämter in Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Greifswald, Halle, Magdeburg und Schwerin wurden in „Volkspolizei-Ämter-Transport“ umbenannt.
Zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft der Transportpolizisten durch körperliche Ertüchtigung trug maßgeblich der Befehl Nr. 119/50 des Chefs der Deutschen Volkspolizei vom 26.06.1950 bei. Dieser Befehl sah neben der obligatorischen Durchführung des Dienstsportes die breite Entwicklung des Freizeitsportes der Angehörigen der Transportpolizei vor.

Die Trapo verfügte auch über eigene Kripo ( Transport-Kriminalpolizei). Zudem Abteilungen Schutzpolizei und Transport und Betriebsschutz.

Die Ämter Cottbus und Greifswald wurden in den 50gern aufgelöst, deren Bereiche und Kräfte den VPÄ (T) Schwerin, Berlin und Dresden zugeordnet.
Mit dem Befehl 50/52 des Chefs der Deutschen Volkspolizei vom 26.06.1952 wurden 39 Transportpolizei-Ämter (TPÄ) gebildet, deren Grenzen mit dem Bereich der jeweiligen Reichsbahnämter übereinstimmten. Die neu geschaffenen Ämter waren leitungsmäßig direkt der HA Transportpolizei unterstellt. Diese Struktur ermöglichte eine engere Zusammenarbeit zwischen der Transportpolizei und den Reichsbahn-Dienststellen. Sie schuf günstigere Möglichkeiten für den Einsatz der Transportpolizei zur Sicherung der Strecken, Objekte und Anlagen der Deutschen Reichsbahn zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit.

Im Januar 1954 erfolgte eine erneute Veränderung der Struktur der Transportpolizei. Die bis dahin bestehenden 39 VPÄ (T) wurden aufgelöst und 14 Abschnitte der Transportpolizei gebildet. Analog zu den 14 Abschnitten bestanden Arbeitsstäbe des Betriebsschutzes. Im Rahmen dieser Struktur wurden die Züge und Gruppen der Objektsicherungskräfte in 78 Objektsicherungskompanien konzentriert. Weiterhin wurden 28 Arbeitsgebiete der Kriminalpolizei und zehn Kompanien ZBK gebildet. Die Verantwortungsbereiche der Transportpolizei-Abschnitte stimmten im wesentlichen mit denen der Reichsbahnämter überein. Die Wirkungsbereiche und Standorte der Objektsicherungs- und ZBK-Kompanien wurden unabhängig von der Struktur der Deutschen Reichsbahn, je nach Lage, Objekten, stationären Betrieben und der Bedeutung der freien Strecke und der Streckenführungen von und nach Berlin festgelegt.

 
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RE: Garnison Greifswald

#4 von Bernd , 24.11.2018 20:41

NVA Standorte HGW
ich las " Ausbildungsgelände/MMS in Helmshagen.
Müsste man das als Einwohner denn nicht auch mitbekommen haben ? Aber ich kann das so nicht bestätigen.

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RE: Garnison Greifswald

#5 von Lutger , 24.11.2018 20:43

Immer wieder tauchen Hinweise zu Helmshagen beim Militär auf. Im Universitätsarchiv findet sich so manches Ereignis wieder.

1938-40
Schießstandgelände für III. (Scheinw.) Flak-Lehr-Abteilung und Luft-Nachrichten-Lehr-Abteilung

1936-46
Verlegung der Schießstände des Infanterie-Regiments 92 in den Universitätsforst Grubenhagen.


 
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RE: Garnison Greifswald

#6 von Fritz2009 , 24.11.2018 20:49

Objekt Helmshagen = Obj-Nr 01/816.
MMA verfügte über 4 Objekte: 2 in Greifswald + je 1x Helmshagen 2 und Subzow.

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RE: Garnison Greifswald

#7 von Wolf , 24.11.2018 20:51

Wikipedia schreibt dazu:
Das Gebäude der Militärmedizinischen Sektion wurde 1940/41 als Lazarett der Luftwaffe (Wehrmacht) mit 600 Betten gebaut.
Die Militärmedizinische Sektion wurde am 1. Juni 1955 auf Beschluss des Ministerrates der DDR über die Bildung als KVP-Dienststelle Greifswald III gegründet, nachdem das Medizinstudium von Angehörigen der KVP zuvor an der Universität Leipzig begann.
Am 5. Oktober 1956 wurde die MMS in die NVA übernommen und am 15. Januar 1964, unter Beibehaltung ihres Charakters als Dienststelle der NVA, an die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald angegliedert.
Auflösung der Militärmedizinische Sektion mit Wirkung vom 31. Dezember 1990.

http://www.militaermedizin.de

Ihre Liegenschaften wurden durch die Gründung der im Gesundheitswesen tätigen Medigreif Unternehmensgruppe privatisiert.

Auf dem Bild der Webseite lässt sich der Charakter als Ex-Kaserne noch erkennen.
Objekt Pappelalle.
https://www.medigreif.de/

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RE: Garnison Greifswald

#8 von Gunther , 13.01.2019 16:52

Militär drängte Uni in den Hintergrund

In der NS-Zeit wandelte sich die Universitätsstadt zu einem Militärstandort. Nach dem Urteil des Historikers Joachim Mai wurde Greifswald „in Umkehrung des bisherigen Urteils von der Universität mit Stadt am Vorabend des Zweiten Weltkriegs zu einer Garnisonsstadt mit Universität“. Die Bevölkerung wuchs. Ein wahrer Bauboom setzte ein.
Der Flugplatz Ladebow inklusive Wohnsiedlung, die Graf-Schwerin-Infanteriekaserne, die Flakkaserne, die Gendarmeriekaserne, das Luftwaffenlazarett und zahlreiche Wohnbauten für Soldaten entstanden.

Daraus folgend erhielt die Stadt den Ehrenhain für Verfolgte des Naziregimes von 1970 auf dem Neuen Friedhof, und drei sowjetischen Ehrenfriedhöfe (Bezirksfriedhof Nr. 1 der Roten Armee in der Fleischerstr. und Bezirksfriedhof Nr. 2 der Roten Armee auf dem Neuen Friedhof,) .
Vom Fliegerhorst Ladebow steht in heutiger Zeit noch die denkmalgeschützte Fliegerhorst-Wohnsiedlung.
Auch das denkmalgeschützte Luftwaffenlazarett blieb der Nachwelt erhalten.

Insel Riems hatte die Reichsforschungsanstalt.

Im oberen Teil der damaligen Adolf-Hitler-Straße (ab 1939 Sudetenlandstraße, jetzt Franz-Mehring-Straße) wurden zwei große Kasernen und ein Küchentrakt für ein Infanteriebataillon sowie dreigeschossige Offiziershäuser errichtet.
Diese Kasernen nutzt heute die Uni, so haben die Psychologen hier ihren Sitz.

In der Saarlandstraße (jetzt Beimlerstraße) entstand 1938/39 ein Offizierskasino. Auch dieses Gebäude steht noch und ist Teil der Beruflichen Schule. ( Kasernenkomplex mit Offizierskasino Nr. 7, fünf Kasernen Nr.63–67, 69–71, 73–77, 79–83 und 85)

Sogar fünf große Kasernen wurden 1937/38 für zwei weitere Infanteriebataillone errichtet. Diese Blöcke der Graf-Schwerin-Kaserne nutzen heute beispielsweise die Berufliche Schule der Unimedizin und die Waldorfschule. Dazu gehörten damals auch Kfz-Hallen und eine Werkstatt. Auf dem lange vom Kraftverkehrsbetrieb genutzten Gelände befindet sich heute das Wohngebiet Schönwalde West.

Schon im Oktober 1937 erfolgte die Übergabe einer Station der motorisierten Gendarmerie in der Gützkower Landstraße, und 1939 folgten an dieser Straße weiter Richtung Jarmen die Kasernen des Flakbataillons, von dem noch das Unterkunftsgebäude steht.

Das 1938 bis 1941 errichtete Luftwaffenlazarett beheimatete in der DDR die MMA- MIlitärmedizinische Akademie (heute Medigreif in Pappelallee 1 ) und ist nicht nur ein beeindruckender Gebäudekomplex, sondern auch architektonisch bedeutsam.
Die Einrichtung Luftwaffenlazarett sei in enger Verbindung mit der Fliegerschule in Ladebow und den Uniklinken geführt worden.
Experten haben die Bauten auf eine architektonische Stufe mit dem Kraft-durch-Freude-Komplex Prora und dem Flughafen Berlin-Tempelhof gestellt. Ein Antrag für den Status als Unesco-Welterbe wird vorbereitet.

Für militärhistorisch Interessierte lohnt ebenfalls der Gang durch den Pommerdamm (jetzt Petershagenallee). Dort stehen Offiziershäuser. Der spätere Stadtkommandant der kampflosen Übergabe am 30. April 1945, Rudolf Petershagen, wohnte ab 1938 hier. Eine Gedenktafel erinnert daran. Sein Grab befindet sich auf dem Neuen Friedhof. Die Stadtkommandantur, in der Petershagen 1945 residierte, war die Villa Goethestraße 2a.


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zuletzt bearbeitet 13.01.2019 18:31 | Top

RE: Garnison Greifswald

#9 von max , 13.01.2019 18:28

Martin-Andersen-Nexö-Platz 1 mit ehemals Kaserne des Ausbildungsbataillons des 5. Infanterie-Regiments, später Sitz der Verwaltung des Kreises Greifswald

 
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