RE: Universität Greifswald

#16 von Möppel , 24.05.2017 22:32

Staatssekretär greift in Arndt-Streit ein
Beleidigungen dürften im Streit um Ernst Moritz Arndt, den umstrittenen Patron der Uni Greifswald, keinen Platz haben, sagt Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann. Er wünscht sich eine wissenschafliche Auseinandersetzung. Die Unterstützung einer Arndt-Gesamtausgabe sei für ihn vorstellbar.
Im Moment ist es still geworden im Streit um Arndt . Der Senat hat letzte Woche seine Grundordnung dem Landeshochschulgesetz angepasst und wartet nun auf deren Genehmigung aus Schwerin. Diese vorausgesetzt, kann das Hochschulparlament erneut über Arndt befinden oder auch nicht. Drei Senatoren reichen für einen Antrag zur Namensänderung. Zur Erinnerung: Die am 18. Januar schon beschlossene Scheidung von Arndt scheiterte nur an formalen Fehlern. Wir könnte es auch weitergehen?

Vorpommernstaatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) plädiert für die verstärkte wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Werk Arndts. Er verfolgt den leidenschaftlichen Streit sehr genau. „Beide Seiten müssen zu einer vernünftigen Debattenkultur zurückfinden“, fordert er. Beleidigungen dürften keinen Platz mehr haben.

Der SPD-Politiker kann sich vorstellen, die zuletzt von dem Publizisten Götz Aly bei seinem Auftritt in der Aula angeregte kritische Ausgabe der Werke Ernst Moritz Arndts auch finanziell zu unterstützen. Andere Partner wie die Universität könnten bei so einem Projekt ebenfalls ihre Beiträge leisten, schlägt der Vorpommern-Staatssekretär vor. „Ich komme gern nach Greifswald, um darüber zu reden“, sagt Dahlemann.

„Wir suchen das Gespräch mit Herrn Dahlemann“, freut sich der Vorsitzende der Historischen Kommission für Pommern, Prof. Horst Wernicke. „Arndt hat viel publiziert. Wenn es um eine Edition aller Werke geht, sprechen wir über mindestens zehn Jahre.“ Dafür würden ein Herausgeber und zwei bis drei Bearbeiter benötigt. Wernicke geht von Gesamtkosten von drei bis fünf Millionen Euro aus.

„Ein aktuelles Projekt einer Gesamtausgabe zu Ernst Moritz Arndt ist uns bislang nicht bekannt“, stellt Sprecher Jan Meßerschmidt klar. „Die Universitätsbibliothek pflegt eine Sammlung mit mehr als 300 verschiedenen Ausgaben und Auflagen von Schriften Ernst Moritz Arndts sowie Sekundärliteratur. Ein Großteil dieser Werke wurde bereits bis 2010 digitalisiert und steht über das Internet Interessierten sowie der Wissenschaft weltweit zur Verfügung.“ Eine Suche nach dem Stichwort „Arndt“ in der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern erbringe allein in der Rubrik Arndt-Sammlung 1084 Treffer. „Die Digitalisate können kostenfrei abgerufen und bequem über den integrierten Bildbetrachter studiert werden“, so Meßerschmidt.
Befürworter und Gegner als Herausgeber
Denkbar sei, dass ein Professor Geld für ein Projekt zur Herausgabe der Schriften bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft einwirbt, sagt Robert Oldach. Er ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst sowie Mitarbeiter am Greifswalder Lehrstuhl für Nordische Geschichte. Eine Kooperation mit europäischen und deutschen Stiftungen sei erstrebenswert. „Herausgeber könnten ein Arndtverteidiger und ein Arndtgegner sein, die gemeinsam Arndts Werk in seiner Zeit untersuchen und dem Leser unterschiedliche Angebote zur Deutung machen“, regt Oldach an. „Das wäre anregend und könne den Verdacht einer einseitigen Darstellung vermeiden.“

Die Gesellschaft sei bemüht, in ihrer Vortragstätigkeit auf Arndt, seine Zeit und seine Wirkung einzugehen. Im Mai sprach der Vorsitzende Ludwig Biewer in Wolgast über Arndts Weggefährten Friedrich Rühs. Musikprofessor Walter Werbeck trug bei der Mitgliederversammlung der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft über „,Was ist des Deutschen Vaterland?' Bemerkungen zu einigen Vertonungen von Arndts Gedicht“ vor.
Oldach meint allerdings, dass die Debatte um das Patronat von Ernst Moritz Arndt von den eigentlichen Problemen der Hochschule ablenke. In einem Schreiben an die Mitglieder nimmt er Stellung zu deren Äußerungen zum Arndt-Streit. Zu Lasten der Studenten und Lehrenden werde zumindest bei den Geisteswissenschaften ein „System von Aushilfen und Provisorien“ für gangbar gehalten, schreibt er. „Die zentralen Gestalten der Universität erscheinen als Erfüllungsgehilfen ständiger Sparpläne und -ziele. Sie sollten die Interessen der Universität, der Mitarbeiter und vor allem der Studenten vertreten“, so der aus Demmin stammende promovierte Historiker. Die Politiker müssten sich klar werden, ob sich MV die zwei Volluniversitäten Greifswald und Rostock leisten will oder nicht. „Masse vor Qualität“ sei der falsche Ansatz.

Nötig seien gut ausgestattete Lehrstühle, statt wie jetzt Provisorien. „Würden diese Fragen die Diskussion bestimmen, wäre das viel sinnvoller als sich in ideologisch-irrationalen Grabenkämpfen über die unbestreitbare historische Wirkmächtigkeit des Namenspatrons aufzureiben.“

Auch ihm ist die Rückkehr zu einer von Achtung geprägten Debattenkultur wichtig. „Wir scheinen dazu zu neigen, in unserer Geschichte nach untadeligen Gestalten zu suchen, in denen wir uns wiederfinden wollen“, sagt Oldach. „Diese Suche führt in die Irre. Eh wir uns versehen, teilen wir unsere Geschichte in Gut und Böse, ohne sie als das anzunehmen, was sie ist – unsere Vergangenheit, die ein Teil unseres Wesens ist.“

 
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#17 von Uli-HGW , 11.10.2017 21:58

Neue Abstimmung ?
Das Rektorat der Universität Greifswald distanziert sich vom neuen Anlauf mehrerer Senatsmitglieder, erneut über den Uninamen Ernst Moritz Arndt im Senat abstimmen zu lassen. „Die erneute Diskussion um den Namen der Universität führt weg von ihren drängenden wirtschaftlichen Problemen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zum Rektorat gehören Rektorin Johanna Eleonore Weber, Prorektor Steffen Fleßa, Prorekotrin Katharina Riedel und der scheidende Kanzler Wolfgang Flieger.

In der Pressemitteilung wird weiter ausgeführt, dass das Rektorat die Unabhängigkeit des Senats anerkenne, ebenso wie das im Landeshochschulgesetz geregelte Recht, über die Grundordnung und damit den Namen der Universität zu entscheiden. „Wir bedauern jedoch zutiefst, dass eine erneute Diskussion über den Namen der Universität von den aktuellen existenziellen Problemen der Universität und der Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit wegführt.“


Für den Doppelhaushalt 2018/19 sieht der Entwurf für die Hochschulen des Landes massive finanzielle Einschnitte vor, beklagt das Rektorat. Das Land schreibt den Hochschulen darin einen bestimmten Prozentsatz als Rücklage vor. Dadurch fehlen Mittel im regulären Haushalt, wie Unisprecher Jan Meßerschmidt sagt. Seiner Rechnung zufolge bedeutet das für die Uni Greifswald mindestens 22 Prozent der laufenden Sachaufwendungen im Grundhaushalt oder 42 Promotionsstellen pro Jahr, die der Bewirtschaftung entzogen werden. Die Folgen für eine sachgemäße Erfüllung der Aufgaben in Lehre und Forschung wären dramatisch, heißt es aus der Universität. „In dieser kritischen hochschulpolitischen Situation wünschen wir uns, dass sich die hochschulinterne Diskussion auf die zentralen Probleme unserer Universität konzentriert“, steht abschließend in der Pressemitteilung.

Sieben studentische Senatoren hatten am Montag angekündigt, erneut über den Namen Ernst Moritz Arndt abstimmen zu lassen. Sie wollen das Verfahren sachgemäß beenden, heißt es in der Stellungnahme. Die Studierenden weisen darauf hin, dass der Antrag im Januar nicht aus inhaltlichen Gründen zurückgewiesen wurde, sondern wegen eines Formfehlers. Da dieser mittlerweile behoben sei, könne die Abstimmung wiederholt werden. 
Im Januar entschieden sich zwei Drittel der Senatsmitglieder für die Ablegung des Namens. Ursprünglich hatten die Studierenden den Antrag gestellt. Diesmal bringen Mitarbeiter und Professoren der Uni, den Antrag mit ein, wie es in der Stellungnahme heißt. Der Antrag könnte frühestens während der regulären Senatssitzung am kommenden Mittwoch behandelt werden. 
Der Publizist und Historiker Ernst Moritz Arndt (1759 bis 1860) ist wegen seines Franzosenhasses und Antisemitismus umstritten. Wegen seines Eintretens für die Freiheit und die deutsche Einheit wird er von vielen verehrt.

 
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#18 von Helmut , 13.01.2018 21:31

Erfolg für Arndtbefürworter
Bei den Wahlen für den Senat der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald führen drei Listen den umstrittenen Patron in ihrem Namen. Ihre Vertreter stellen künftig fünf der 36 Senatoren. Ein Professor ist nicht dabei. Es gibt auch Überraschungen.
Einen Antrag der 12 studentischen Senatoren wie im Januar 2017 zur Streichung von Ernst Moritz Arndt aus dem Namen der Uni Greifswald wird es in der nächsten Legislaturperiode nicht geben. Die erstmals antretende Liste „Pro Arndt“ holte zwei Sitze im Senat der Ernst-Moritz-Arndt-Universität.

Drei Senatoren der weiteren Mitarbeiter haben es über die Liste „Gemeinsam für unsere Ernst-Moritz-Arndt-Universität“ in den Senat geschafft. Ihr Vertreter Christian Tambach holt die meisten Stimmen in dieser Gruppe. Bei den akademischen Mitarbeitern bekennt sich keine Liste zu Arndt.

Die Professoren-Liste „Pro EMAU“ mit drei Bewerbern geht leer aus. Auch der für eine Fakultätenliste antretende prominente Arndt-Befürworter Joachim Lege sitzt künftig nicht im Hochschulparlament. Im Senat bleiben die aktuelle Vorsitzende Maria-Theresia Schafmeister und ihr Stellvertreter Michael Herbst. Beide erzielen sehr gute Ergebnisse.

Die Wahlbeteiligung ist bei den Mitarbeitern und den Studierenden höher als beim letzten Mal. Aber nur bei den akademischen Mitarbeitern liegt sie über 20 Prozent. Zwar wählten wieder über 50 Prozent der Professoren, aber es waren weniger als bei der letzten Wahl 2016.

Ein Greifswalder Verbindungsstudent ist nicht über die Liste „Pro Arndt“ im Senat vertreten. Das beste Ergebnis der Korporierten erreicht Christian von Depka (Burschenschaft Rugia).

Der neue Senat amtiert ab April dieses Jahres. Die Entscheidung über die im Oktober von fünf Studierenden und einem Professor erneut beantragte Trennung von Patron Arndt trifft der amtierende Senat am 17. Januar.

Die Entscheidung des Hochschulparlaments für die Scheidung von dem umstrittenen Patron im Januar 2017 kassierte das Land im März wegen Formfehlern. Im aktuellen Senat sitzen zum Teil andere studentische Senatoren als damals. Die Studierenden wählen jedes Jahr im Januar, Professoren und Mitarbeiter nur alle zwei Jahre.

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#19 von Pia Polada , 26.01.2018 22:18

Arndt Gegner
Arndt als Wegbereiter für den späteren Rassismus
Um es vorwegzunehmen: Das Interesse am wissenschaftlichen Vortrag über Ernst Moritz Arndt (1769-1860) war gering. Während zur letzten Januar-Demo für den Erhalt des Namenspatrons der Universität noch 600 Greifswalder auf den Marktplatz kamen, lockte die Diskussion am Mittwochabend gerade mal 30 Leute ins Audimax der Universität am neuen Campus Loefflerstraße.

Vielleicht war es aber auch der Titel „Ernst Moritz Antihumanist?“, der die Arndtfreunde von diesem Termin fernhielt. Denn klar war von Anfang an: Bei der wissenschaftlichen Auswertung von Frieder Otto Wolf, Professor für Philosophie und Politik an der Freien Universität Berlin, schneidet Arndt schlecht ab. Das rhetorische Fragezeichen ersetzt Wolf schnell durch ein Ausrufezeichen. Denn Arndt ist seiner Ansicht nach antijudaistisch, antisemitisch, völkisch, antihuman und kriegshetzerisch.

Otto tat das, was die Arndtbefürworter immer wieder fordern: den umstrittenen Schriftsteller in seiner Zeit sehen. Der ehemalige Abgeordnete des Europaparlamentes für die Grünen ging also zurück in die Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche zu Beginn des 19. Jahrhundertes, als in Europa die Feudalgesellschaft überwunden wurde und die Menschen auf der Suche nach einer Identität in einer neuen Moderne waren. „Arndt war selber Sohn eines aufgestiegenen Leibeigenen. Er war keineswegs für die Rückkehr zu mittelalterlich feudalen Verhältnissen“, sagt Wolf.
Als Antwort auf das Problem schuf Arndt die Idee einer Art Urvolk, er „postulierte die ursprüngliche Einheit als Völkisches“, so Wolf. „Die Deutschen sind nicht durch fremde Völker verbastardet“, schrieb Arndt beispielsweise 1814. Diese biologische Reproduktion lädt er identitär auf, preist die Reinheit des deutschen Blutes, nutzt Begriffe wie „Halbling“, um andere Völker abzuwerten. Arndt spricht sich gegen die Vermischung verschiedener Rassen aus. Otto räumt ein, dass das Bedürfnis nach Abgrenzung angesichts der Besetzung Napoleons nachvollziehbar war und eine gewisse Übersteigerung Sinn mache, um etwas Neues zu formieren. „Nicht nachvollziehbar ist aber der mythologisierende biologische Zusammenhang“, sagt Otto weiter, mit dem er den Weg für späteren Rassismus bereitet hat und damit durchaus als Vordenker der Nationalsozialisten anzusehen ist.
Und was ist mit dem Argument, dass Antisemitismus und Rassismus in der Zeit verbreitet waren, fragt ein Zuhörer? Nach Ansicht von Otto war das Völkische die zentrale Aussage Arndts, während die Elemente beispielsweise beim deutschen Dichter Johann Gottfried von Herder nur am Rande eine Rolle spielten.


PS: Solche Analysen und Einschätzungen zu Grunde gelegt müssten selbst Goethe und Lessing und ..... ihren Persönlichkeit und des literarischen Werkes beraubt werden.
Lasst doch einfach mal die Kirche im Dorf.

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#20 von Karl-Heinz Müller , 24.03.2018 21:28

neues Forschungszentrum
Im neuen C_FunGene arbeiten Fakultäten zusammen und erforschen Möglichkeiten der Bekämpfung von Infektionskrankheiten. 27 Millionen Euro hat das moderne Gebäude gekostet.
Fast sechs Jahre hat es gedauert, nun ist das Mikrobiologische Forschungszentrum C_FunGene (Center for Functional Genomics of Microbes) in Greifswald feierlich eingeweiht worden.
Forschung auf mehr als 3000 Quadratmetern
In den neuen Laboren arbeiten bereits 160 und mehr Wissenschaftler sowie Mitarbeiter an Projekten der Grundlagenforschung zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, zur Umweltmikrobiologie und marinen Mikrobiologie. Das C_FunGene wurde Mitte 2012 von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder als Forschungsbau von nationaler Bedeutung eingestuft. Ende Juli 2012 genehmigte der Wissenschaftsrat das Projekt. Beim Bau des 3 433 Quadratmeter großen Gebäudes immer im Blick: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.
Das Besondere an dem neuen Haus: Unter einem Dach arbeiten verschiedene Fakultäten aus Naturwissenschaften und Medizin zusammen. „Es ist eine Begegnungsstätte“, sagt Uwe Völker. Prof. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, zum Festakt aus Berlin angereist, geht noch weiter – wenn auch nicht ganz ernst gemeint: „Der wichtigste Ort in so einer Einrichtung ist die Caféteria.“ Gemeint ist: Durch kurze Wege entstehen Gespräche und Ideen.

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#21 von Ralf , 12.09.2018 23:26

Greifswalder Mensa ist ein Denkmal
Der Streit um den Denkmalstatus der Mensa am Wall ist entschieden. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und die Stadt Greifswald sind sich einig, informiert Henning Lipski, der Sprecher von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD).
Die Greifswalder Denkmalbehörde bereitet die Eintragung der 1976 eingeweihten Mensa am Wall in die städtische Denkmalliste vor. Darüber informiert das Bildungsministerium unter Berufung auf Informationen des Landesamtes für Denkmalpflege. Die Uni als Eigentümer hatte das abgelehnt.

Die Denkmalwürdigkeit der Mensa hatte das Landesamt als zuständige Fachbehörde bereits in einem Gutachten festgestellt. Auch der wichtigste Experte für die Kunst der DDR in Greifswald, Prof. Bernfried Lichtnau, hält den Denkmalstatus für sachlich begründet. „Eine Besonderheit der Greifswalder Mensa ist, dass sich im Keller die zentrale Leitstelle der Zivilverteidigung befand“, erinnert er.

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#22 von Ostseeblick , 14.09.2018 23:18

Uniklinik HGW
Uniklinikum schickt Mann im Nachthemd nach Hause
Ein schwerkranker 77-Jähriger musste in der Greifswalder Unimedizin tagelang nur in einem hinten offenen Krankenhaushemd und ohne Unterhose herumlaufen. Bei seiner Entlassung kam es dann noch schlimmer. Er wurde im Nachthemd nach Hause gefahren.
Für Jürgen Schröder aus Zinnowitz ist der mehrwöchige Klinikaufenthalt in Greifswald trotz ausgezeichneter medizinischer Behandlung zum Albtraum geworden: Der 77-Jährige musste nach seinem langen Aufenthalt auf der Intensiv- und Wachstation und dem Verlegen auf die Allgemeine Station tagelang halbnackt im Krankenhausnachthemd umherlaufen. Die Tasche mit seinen persönlichen Sachen war spurlos verschwunden. Sie war irrtümlich einem anderen Patienten mit ins Pflegeheim gegeben worden. Die Bitten Jürgen Schröders nach einer Unterhose wurden überhört. Notdürftig versuchte der geschwächte Mann deshalb selbst, das hinten offene Krankenhaushemd zusammenzuhalten, wenn er das Laufen auf dem Krankenhausflur übte.
Erst als seine ebenfalls sehr kranke Frau, die ihn deshalb nur selten besuchen konnte, am Telefon energisch wurde, gab man dem Zinnowitzer einen der Netzschlüpfer, die im Krankenhaus üblich sind.

Doch für Jürgen Schröder kam es noch schlimmer: Der Mann wollte, dass ihm am Tag der Entlassung aus der Klinik neue Kleidung gebracht wird. Auch dieser Bitte wurde nicht nachgekommen. Stattdessen wurde der Mann von der Therapie weg im Nachthemd und Pantoffeln nach Zinnowitz gefahren und dort vor der Haustür abgesetzt. Die Ehefrau des Mannes war völlig entsetzt, Jürgen Schröder selbst fühlt sich gedemütigt. Inzwischen hat die Familie deshalb das Beschwerdemanagement der Unimedizin angeschrieben. Das Klinikum räumt sein Fehlverhalten ein und bittet um Entschuldigung. In diesem besonderen Fall hätte eine andere Lösung gefunden werden müssen, sagt der Ärztliche Vorstand, Prof. Claus-Dieter Heidecke. Er sichert für die Zukunft zu, dass so etwas nicht wieder passiert. Die Unimedizin hat Familie Schröder um Entschuldigung gebeten.

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#23 von Möppel , 19.10.2018 22:01

Tag der offenen Tür am Skandinavistik-Institut
Im Jahr 2018 feiert das Institut huDas Institut für Fennistik und Skandinavistik lädt ein zu einem Tag der offenen Tür, mit Vorträgen zu Skandinavien und zur Institutsgeschichte, Sprach-Crashkursen, Lesungen, Chormusik und einem Programm für Kinder-und Jugendliche, außerdem gibt es zum Abschluss eine Führung zur Schwedenzeit durch Greifswalds Hundertjähriges Bestehen.

1:30 – 12:00 Christer Lindqvist: Zur Geschichte des Instituts

12:30 – 13:00 Thekla Musäus: Sauna, Wald und Kalevala – eine Einführung in die finnische Kultur

15:30 – 16:00 Frithjof Strauß: Hotdogs & røde pølser. Zur dänischen Imbisskultur

Programm:

12:00 – 12:30 Jutta Salminen: Crashkurs: Mitä kuuluu? Finnisch in 15 Minuten

15:00 – 15:30 Laura Zieseler: Crashkurs: Färöisch

Kinder:

12:00 – 12:30 Berit Glanz: Trinkhörner und Langschiffe – Wer waren die Wikinger? (6-10 J.)
Konzert:14:00 – 14:45 Nordsångare – Der Chor des Instituts für Fennistik und Skandinavistik: Ein musikalischer „Rundklang“ durch den Norden

Führung:

ab 16:15 Uhr, Eingang Bereichsbibliothek„Die Greifswalder Universität in der Schwedenzeit“Führung durch Greifswald mit dem Historiker Dr. Haik Thomas Porada (ca. 90 min.)

Das Institut für Fennistik und Skandinavistik ist umgezogen und befindet sich jetzt am Campus Loefflerstraße, Ernst-Lohmeyer-Platz 3, 17489 Greifswald

 
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RE: Universität Greifswald

#24 von Uli-HGW , 06.12.2018 20:54

Greifswald bekommt modernstes Rechenzentrum
In einem Jahr soll das neue Rechenzentrum der Uni Greifswald in Betrieb gehen. Zehn Millionen Euro Landes- und EU-Mittel werden für das modernste und effektivste Rechenzentrum Deutschlands investiert.
In etwa einem Jahr wird das neue Rechenzentrum der Universität Greifswald am Campus Beitzplatz fertig sein. Das kündigte Stefan Wenzl, der Leiter der Hochbauabteilung im Landesfinanzministerium, beim Richtfest am Donnerstag an. Etwa zehn Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln werden investiert.

„Es wird das modernste und effektivste Rechenzentrum Deutschlands“, sagte Wenzl. Es werde nicht nur den optimalen Rahmen für das digitale Herz der Universität bieten, sondern auch ansprechend architektonisch gestaltet. Das Seminar- und Verwaltungsgebäude bekommt eine Fassade aus Keramikplatten, vergleichbar mit dem Genomforschungsinstitut am Beitzplatz.
Besonders mit seinem Energiekonzept setzt das Rechenzentrum Maßstäbe. Während anderswo Server mit großem Energieaufwand gekühlt werden, wird in Greifswald ein anderer Weg gegangen. Das Seminar- und Verwaltungsgebäude wird vollständig mit der Abwärme der Server beheizt, es bleibt sogar noch etwas für das Institut für mikrobielle Genomforschung (Fungene) übrig. Das wird zu 30 Prozent mit Serverwärme beheizt, so Wenzl. „Wir sparen auch 15 Prozent der sonst nötigen Elektroenergie.“

Rektorin Prof. Johanna Weber betonte, dass die Zeiten, als Innovationen aus Bruchbuden und Garagen kommen vorbei seien. Das Sammeln, Speichern, Sichern und Auswerten von Daten sei für die Wissenschaft heute Grundvoraussetzung, das Rechenzentrum sei darum geradezu das Herz der Uni. „Nicht nur die Mitarbeiter des Rechenzentrums erwarten die Einweihung sehnlichst“, sagte sie. Denn das jetzige Gebäude des Rechenzentrums stehe kurz vor dem Zusammenbruch. Es wurde 1971 eingeweiht und soll nach Bezug des Neubaus abgerissen werden.

Energie- und Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD) bekannte, dass er der Erste im Freundeskreis mit einer E-Mail-Adresse war. „Als ich 1995 zum Studium nach Greifswald kam, erzählte der Dekan, dass die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät ein eigenes Computerkabinett hat, in dem man E-Mails schreiben kann“, berichtete der Jurist. Die Zeiten änderten sich. Auch für die Uni Greifswald spiele die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Pegel lobte das Energiekonzept, das viel mehr bringe als der Show-Effekt von ein paar Solarpaneelen, die oft gefordert würden.

Als Prof Ralf Schneider 2011 Direktor des Rechenzentrums wurde schon der Neubau geplant. 2016 sollte endlich Baustart sein, es wurde 2018. Launig vermutete Schneider, dass man ihn wegen seiner Erfahrung mit Bauverzögerungen berief. Er war zuvor beim Institut für Plasmaphysik, dort betrug die Verzögerung beim Fusionsexperiment zehn Jahre.


 
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zuletzt bearbeitet 06.12.2018 | Top

RE: Universität Greifswald

#25 von Möppel , 06.12.2018 20:56

Wir freuen uns über den Zuwachs. HGW ist ein guter Standort für Innovation.

 
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