Schloss Vitzenburg

#1 von Ben , 06.07.2018 21:04

MDR Sendung vom 4. Juni 18 ( Den Osten - entdecke wo du lebst) brachte Beitrag zu Schloss Vitzenburg bei Querfurt an der Unstrut.
Aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Schloss VitzenburgÜber der Unstrut in einem Ortsteil der Stadt Querfurt im Saalekreis thront das märchenhafte Schloss Vitzenburg.
So man in der Gegend ist, macht ein Ausflug /Besuch sicher Sinn. Sieht aus wie englische Schlösser.

Der Osten: Entdecke, wo du lebst: Filmschloss und Heilanstalt - Schloss Vitzenburg30 Minuten MDR
on Air: 05.06.2018

Ein geheimnisvolles Schloss hoch oben auf einem alten Weinberg, umringt von einer Landschaft, die man nicht schöner malen kann. Ein verbohrter Schlossherr, der sich selten um das Anwesen kümmert. Ein junger Baron, der es retten will. Und eine Vergangenheit, die dunkle Geheimnisse birgt. Schloss Vitzenburg mitten im berühmten Weinbaugebiet Saale-Unstrut.
Vor kurzem ritten Bibi und Tina auf Geheiß des Erfolgsregisseurs Detlef Buck noch über das Schlossgelände. Für alle vier Filmteile wurde die Burg als Filmschloss „Falkenstein“ aus dem Dornröschenschlaf gerissen. Seitdem ist das Schloss Pilgerstätte für Bibi-und-Tina-Fans. Ansonsten ist die Vitzenburg vor allem eines: leer. Der jetzige Besitzer ist nur selten vor Ort.
Der 32jährige Georg Freiherr Baron von Münchhausen, dessen Familie einst das Areal gehörte, hat vor Kurzem den Schlossberg, auf dem die ältesten Rebgärten der gesamten Region wachsen, zurückgekauft. „Schloss und Schlosspark, der Pavillon, die verwunschenen Gewölbekeller und die typischen Kelterhäuschen will ich vor dem Verfall retten. Hier können Wirtschaften entstehen, Weinführungen, Konzerte!“
Schloß Vitzenburg hat eine bewegte Vergangenheit. Vor mehr als 1000 Jahren gegründet, Nonnenkloster, Mönchskloster, dann Wohnsitz hoher Adliger. Im Zweiten Weltkrieg nahm der „Rote Baron“ Flüchtlinge aus dem Osten auf. Dass er gegen die Nazis war, nützte ihm nichts. Die Sowjets steckten ihn nach Kriegsende ins KZ Buchenwald, wo er starb.
Seit 1969 war dann eine Kinder- und Jugendpsychiatrie auf Schloß Vitzenburg untergebracht. Über Jahrzehnte war der Ort verschlossen für die Öffentlichkeit.
Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche. Sie beleuchtet die mehr als 1000jährige Geschichte von Schloß Vitzenburg und der berühmten Weingegend und beantwortet die Frage, wie heute mit dem Märchenschloss umgegangen wird.

https://www.ardmediathek.de/tv/Der-Osten...mentId=53328006


Angefügte Bilder:
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Ben
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zuletzt bearbeitet 06.07.2018 | Top

RE: Schloss Vitzenburg

#2 von Alphabet , 06.07.2018 21:13

Das ist in der Nähe von Schloß Nebra. Dort hatte ich mal Urlaub gemacht.
Die Stadt Querfurt schreibt dazu:

Weithin sichtbar über dem Unstruttal gelegen, befindet sich das Schloss Vitzenburg. Es handelt sich um die, aus dem späten 17. Jahrhundert, stammende Residenz der Familien von Heßler, Schulenburg und später Münchhausen. Das weitläufige Gelass umfasst den Park, Weinberge und einen Gartenpavillon. Das heutige Schloss wurde im Stil der Neorenaissance errichtet. Auf dem Gelände befindet sich die 1716 errichtete Dorfkirche, in deren Turm sich Glocken aus dem Jahr 1573 befinden.
In den Jahren 2013 und 2014 fanden auf Schloss Vitzenburg die Dreharbeiten zum Kinofilm "Bibi und Tina" Teil 1 und 2 statt.
Leider ist eine Besichtigung des Schlosses zur Zeit nicht möglich.

 
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RE: Schloss Vitzenburg

#3 von Neubert , 06.07.2018 21:17

Familie von Münchhausen kehrt zurück:
https://www.mz-web.de/querfurt/adelsgesc...enburg-25146650

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RE: Schloss Vitzenburg

#4 von Küchenbulle , 06.07.2018 21:25

Geschichtliches:
- Die Burg erschien als "Fizenburc" gegen Ende des 8. Jh. im Hersfelder Zehntverzeichnis.
-Der kleine Ort entstand unterhalb des Schlosses. Er wurde um 900 dreimal benannt, als zehntpflichtiger Ort, als Burgwart und als Mittelpunkt eines Verwaltungsbezirkes.
- Der Name könnte als Burg eines Vizo gedeutet werden. Der um 1100 bezeugte edle Besitzer der Burg Vizo de Vizenburg wäre ein Nachkomme des Gründers.
- Schon frühzeitig errichteten die Herren von Querfurt an dieser strategisch wichtigen Stelle über dem Unstrutknie eine Burganlage.
- 991 ist die Stiftung eines Nonnenklosters bekannt. Burg und Kloster, im Besitz Wiprechts von Groitzsch, werden 1109 an Kaiser Heinrich III. abgetreten (das Kloster
wurde 1121-24 nach Reinsdorf verlegt); 1325 Eigentum der Herren von Querfurt; 1521 Eigentum der Familie Lichtenhain; 1650 Eigentum der Familie Hessler; 1803 Eigentum der Grafen von Schulenburg; 1945 Volkseigentum; Krankenhaus.
- 1586/87 erfolgte der Umbau zum zweiflügeligen Renaissanceschloss mit Treppenturm durch Nickel Delitzscher und 1695 die barocke Erweiterung des Nordflügels. Weitere Umbauten fanden 1840 und 1880 statt.
- Zingst entstand aus dem ehemaligen Gut und seiner Arbeitersiedlung Kleinzingst. Es wurde 1203 als "Cindest" und 1206 als "Zindest" erwähnt. Der Name bezieht sich auf die Lage mit dem Sandsteinsporn im Rücken des Dorfes (germanisch tind, zint = Zinne, Spitze).
- Die Arbeitersiedlung gehörte zum Schloss Vitzenburg. Sie bestand 1825 aus 8 Fronhäusern, woran sich das aus 7 Häusern bestehende Krautdorf und das Rittergut anschlossen. Das Rittergut stammte aus dem Jahre 1665, wurde 1934 unter Verwendung alter Bausubstanz wieder aufgebaut ..
- 1850 wurde die Zuckerfabrik Vitzenburg gebaut. Die verkehrsgünstige Lage am Bahnhof Vitzenburg, wo sich Unstrutschifffahrt, Eisenbahn und Landstraße berühren, bot gute Voraussetzungen.
- Am 1.7.1904 wurde die Bahnstrecke Querfurt - Vitzenburg eingeweiht. Bis Ende 1998 gab es die Bahnverbindung nach Querfurt, die Bestandteil der Strecke Röblingen am See - Vitzenburg war.
- 1969 wurde das Renaissanceschloss als Krankenhaus für Kinder- und Jugendpsychatrie ausgebaut. Im benachbarten Zingst entstand eine zum Krankenhaus gehörende Rehabilitationsabteilung.
- Am 01.01.2004 wurde Vitzenburg zur Stadt Querfurt eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten:
- Im Schloss befand sich nach der Wende ein Altersheim. Die auf dem Bergsporn gelegene Burg war im Laufe der Zeit ständigen Veränderungen unterworfen. Die mittelalterliche Burg hatten schon Umbauten des 16.-18. Jh. geprägt, ehe 1840 ausgedehnte Neurenaissance- und Neubarockbauten errichtet wurden, die noch heute das äußere Erscheinungsbild bestimmen. Der Festsaal und die Treppenhäuser zeigen schlichte Stuckdekorationen. Der Gartenpavillion im Schlosspark hat Deckenfresken von 1750/60. Das Objekt befindet sich heute in Privatbesitz.
- Kirche befindet sich an der Stelle, wo ehemals die Pfarrkirche St. Johannis des Täufers gestanden hat und entstand in den Jahren 1713-1715 neu, dann jedoch außerhalb der Burganlage.
- Reste der ehemaligen Grabenmühlenschleuse von 1791-95 sind an der Unstrut zu sehen.

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