Berliner Grenzweg

#1 von Potsdamer , 15.07.2018 17:39

Wir hatten kürzlich eine interessante Radtour durch und um Berlin, die ich euch hiermit empfehlen möchte:
Den Streifen/Standort der Berliner Mauer mit den Rad erkunden. Dazu werden 2 Touren vorgehalten.
Tour1:
Der Berliner Mauerweg innerhalb des Stadtgebietes

Wer den ca. 50 km langen Verlauf der ehemaligen Grenzanlage innerhalb des Stadtgebiets vom Dorf Lübars bis zur Umlandgrenze in der Nähe des Flughafens Berlin-Schönefeld kennen lernen möchte, sollte am S-Bahnhof Hermsdorf starten. Wenn die Zeit dafür nicht reicht, empfehlen wir als Kurzprogramm die etwa 15 km lange Innenstadt-Mauertour von der Gedenkstätte an der Bernauer Straße bis zur East Side Gallery .
Los geht es: Vom S-Bahnhof Hermsdorf aus halten wir uns in nördlicher Richtung und erreichen den Berliner Mauerweg an der Oranienburger Chaussee / Veltheimstraße. Wir fahren bis Alte Schildower Straße. Vor uns liegt das Tegeler Fließ, eines der schönsten Fließtäler Berlins, das wir bis zum Köppchensee auf dem nördlichen Ufer begleiten. Vom Gegenufer grüßt das Dörfchen Lübars . Berlin liegt uns zu Füßen: Von den Höhen des Freizeitparks Lübars reicht der Blick bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz. In schneller Fahrt rollen wir zur Niederbarnimer Eisenbahn.

Auf Höhe der Quickborner Straße wechseln wir auf die Westseite der Bahntrasse. Hier ragt die Großsiedlung Märkisches Viertel in den Himmel. Der bahnbegleitende Zollweg vom Nordgraben bis zur Klemkestraße befindet sich noch im ursprünglichen Zustand. Als Parallelweg sollen Abschnitte des ehemaligen Kolonnenweges rekonstruiert werden.
Am Friedhof Pankow vorbei – nordöstlich vom Friedhof befindet sich das Sowjetische Ehrenmal Schönholz – erreichen wir den einst eingemauerten S-Bahnhof Wollankstraße. Hier blühen wie auch an anderen Stellen des Mauerweges im Frühjahr japanische Kirschbäume. Wir begleiten die Bahn auf der Westseite bis wir nach den Unterführungen Grüntaler Straße / Esplanade wieder auf die Kirschbaumallee stoßen.

Vor uns liegen der geschichtsträchtige ehemalige Grenzübergang Bornholmer Straße und das interessante Brückenbauwerk Schwedter Steg . Ein besonders buntes Stück Berlin ist der Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg. Wir befinden uns nun an der Bernauer Straße , Schauplatz spektakulärer Grenzüberschreitungen, die heute das Herzstück der Gedenkstätte Berliner Mauer ist. Bevor wir uns der historischen Mitte Berlins nähern, umrunden wir unter markanter Brückenkonstruktion hindurch den Nordbahnhof und die Kirchhöfe der St. Hedwigs- und der Französischen Gemeinde
Die nächsten Stationen sind der ehemalige Grenzübergang Chausseestraße, der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal mit dem Wachturm an der Kieler Straße, der Invalidenfriedhof und der ehemalige Grenzübergang Invalidenstraße.
Achtung: Der Invalidenfriedhof wird April-September ab 19 Uhr, Oktober-März ab 16 Uhr geschlossen; Umfahrung über Scharnhorststraße.

Dem Kanal folgend, erreichen wir gegenüber dem Hauptbahnhof die Spree. Der Mauerweg führt uns über eine Rampe zum Uferweg und über die Marschallbrücke zum Regierungsviertel . Das Brandenburger Tor hat in der Geschichte Berlins und im nationalen Bewusstsein Deutschlands eine herausragende Bedeutung. Danach tangieren wir die Straße des 17. Juni, das Sowjetische Ehrenmal, den Tiergarten, das Kulturforum sowie das Holocaust-Mahnmal und folgen dem Doppelpflasterstreifen, der auch in der historischen Innenstadt den Verlauf der Berliner Mauer kennzeichnet, bis zum Potsdamer Platz , an dem mit dem Sony-Center und der Daimler-City ein neues Stück Berlin entstanden ist. An der Stresemannstraße biegen wir in die geschichtsträchtige Niederkirchnerstraße ein. Hier befinden sich zwischen Abgeordnetenhaus, dem Martin-Gropius-Bau und der Dauerausstellung "Topographie des Terrors" Reste der Berliner Mauer. Weiter geht es durch die Zimmerstraße zum ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie – ein Muss für alle, die Berlin besuchen.

Weiter östlich passieren wir den ehemaligen Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße. Ein weiterer Höhepunkt ist der wieder freigelegte Luisenstädtische Kanal mit dem Engelbecken, der St. Michael- und der St. Thomaskirche. Bevor wir die East Side Gallery , das längste noch erhaltene Stück Berliner Mauer, erreichen, müssen wir die Spree überqueren. Unsere nächste Station ist die Oberbaumbrücke . An der Lohmühleninsel führen Brücken über den Landwehrkanal , den wir vom Wachturm Schlesischer Busch bis zur Lohmühlenbrücke auf einem von Kirschbäumen gesäumten Uferweg begleiten. Dann rollen wir durch die Wohnquartiere von Treptow bis zur Kiefholzstraße. An einer Verkehrsinsel biegt der Mauerweg in die Grünanlage Heidekampgraben. Der großzügig bemessene Weg stößt auf den ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee und begleitet uns bis zum Britzer Zweigkanal.
Am Gegenufer setzt sich der Weg fort, bis er auf den Teltowkanal und den Begleitweg zwischen Kanal und Autobahn trifft. Der Landschaftspark Rudow-Altglienicke, der hinter der Überführung über den Kanal beginnt, führt zum ehemaligen Grenzübergang Waltersdorfer Chaussee. Der S-Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld ist, von Norden kommend, leicht zu erreichen.

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RE: Berliner Grenzweg

#2 von Potsdamer , 15.07.2018 17:45

Tour 2:
Berliner Mauerweg Südroute
Schönefeld - Lichterfelde - Griebnitzsee – 45 km


Berliner Mauerweg – Stadtroute und Umlandrouten
Der 160 km lange, durchgängig befahrbare Berliner Mauerweg nimmt eine Sonderstellung im Berliner Fahrradroutennetz ein. Er soll an die einstige Trennung der Stadt erinnern. Auf dem historischen Themenpfad können heute die Spuren der ehemaligen Grenzanlagen, wichtige Erinnerungsorte und Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt (Stadtroute), wie die landschaftlich reizvolle Umlandgrenze zu Brandenburg (Süd- und Westroute) erfahren werden.

Der Berliner Mauerweg kennzeichnet den Verlauf der ehemaligen DDR-Grenzanlagen zu West-Berlin. Er führt über rund 160 km um die einstige Halbstadt herum. In den meisten Abschnitten verläuft die Rad- und Wanderroute auf dem ehemaligen Zollweg (West-Berlin) oder auf dem so genannten Kolonnenweg, den die DDR-Grenztruppen für ihre Kontrollfahrten angelegt hatten. Historisch interessante Abschnitte, in denen sich noch Mauerreste oder Mauerspuren auffinden lassen, wechseln mit landschaftlich reizvollen Strecken, die die Freude über die wiedergewonnene Einheit des Landes wachrufen.

Der Berliner Mauerweg ist ausgeschildert; in regelmäßigen Abständen helfen Übersichtspläne bei der Orientierung. Außerdem erhält man an mehr als 40 Stationen mehrsprachige Informationen über die Teilung Deutschlands, den Bau und den Fall der Berliner Mauer. Für die Planung von Radtouren oder Spaziergängen ist der Berliner Mauerweg in 14 Einzelstrecken gegliedert. Sie sind zwischen sieben und 21 km lang; Anfangs- und Endpunkt aller Etappen kann man mit dem öffentlichen Nahverkehr bequem erreichen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in S-, U- und Regionalbahnen grundsätzlich möglich.

Die Südroute – Durch die Feldflur im Süden der Stadt
Ausgangspunkt der ca. 45 km langen Südroute ist der S- und Regionalbahnhof Berlin-Schönefeld am zukünftigen Standort des Flughafens BER .

Wir fahren vom Nordausgang des Bahnhofs zur ehemaligen Grenzübergangsstelle Waltersdorfer Chaussee und biegen hinter der Berliner Landesgrenze in den Südpark ein. Wie an anderen Stellen entlang der Berliner Landesgrenze haben sich auch hier Reiterhöfe niedergelassen.

Bis der ehemalige Zollweg auch westlich der Schönefelder Straße ausgebaut ist, umfährt der Mauerweg diesen Grenzabschnitt über Straße 181, Schneehuhnweg und Waßmannsdorfer Chaussee. Die Tristesse der ehemaligen Grenzanlage vermitteln die Peitschenmasten auf dem erhaltenen Kolonnenweg, heute eine Privatstraße.

Die Umfahrung des Dörferblicks , ein 86 m hoher Trümmerberg, von dem man einen unverbauten Blick auf die umliegenden Dörfer und die Silhouette der Gropiusstadt hat, erfolgt auf der ursprünglichen Trasse des Kolonnenweges.
Auf einem neu ausgebauten Asphaltweg nähern wir uns der Gropiusstadt , deren Skyline den Kontrast zwischen Stadt und offener Feldflur an dieser Stelle besonders deutlich macht.
Am Rudower Wäldchen wendet sich der Mauerweg nach Westen und überquert ein Industriegleis. Hier war der Zugang für Fahrzeuge der West-Berliner Stadtreinigung, die durch einen Korridor Hausmüll zur Großziethener Mülldeponie transportierten. Bis zum Stuthirtenweg folgt der Mauerweg dem ehemaligen Grenzweg auf West-Berliner Gebiet. Auch der weitere Verlauf ist weitgehend ausgebaut, kann aber bis zur Fertigstellung der Siedlungsstraßen über die Ringslebenstraße umfahren werden. Ab Buckower Damm geht die Fahrt auf gut ausgebauten Wegen durch die Buckower Feldflur – bei herbstlichem Wind steigen bunte Drachen in den Himmel – bis zum Drusenheimer Weg, wo der Grenzweg nach Süden abbiegt. Bis zur Lichtenrader Chaussee wird der befestigte, aber nicht asphaltierte Weg von einer Bürgerinitiative ehrenamtlich betreut. Südlich der Lichtenrader Chaussee ist der Mauerweg wieder asphaltiert und führt durch einen Grüngürtel. Am Kirchhainer Damm passiert er eine weitereehemalige Grenzübergangsstelle, die bereits für die Grenztruppen untertunnelt war.

Wie ein Großteil der aus Berlin herausführenden radialen Bahnverbindungen wurden auch die Dresdner Bahn und die S-Bahn nach Mahlow durch die Mauer unterbrochen. Bis zum Bau einer Unterführung ist eine Umfahrung über die Petkusser Straße und Mozartstraße ausgeschildert. Wer die Fahrt an dieser Stelle unterbrechen möchte, gelangt über die Hilbertstraße zum S-Bahnhof Lichtenrade.
Westlich der Bahn radeln wir weiter an der Siedlung Waldblick vorbei und durch Pioniergehölze, die den ehemaligen Grenzstreifen erobert haben. Der Mauerweg ist an dieser Stelle identisch mit dem einstigen Kolonnenweg und mündet in die Marienfelder Allee. Immer wieder wird der Blick auf die Feldflur frei.
Hier soll an das Notaufnahmelager Marienfelde erinnert werden. Auch die Lilienthal-Gedenkstätte ist einen Besuch wert. An die Zeit des Kalten Krieges erinnert der frühere amerikanische Truppenübungsplatz Lichterfelde.

Hinter der letzten Kurve vor dem Teltowkanal geht der Mauerweg in eine mehrreihige Kirschbaumallee über. Durch zwei neu errichtete Unterführungen besteht die Möglichkeit, die Gleise der Anhalter Bahn und der S-Bahn nach Teltow zu unterqueren. Unter 800 Kirschbäumen hindurch, die 1995 von japanischen Bürgern aus Freude über die Wiedervereinigung Deutschlands gestiftet wurden, geht es in Richtung Teltowkanal. Auf dem ausgebauten Kolonnenweg, heute eine beliebte Uferpromenade am südlichen Teltowkanal, radeln wir in Richtung Teltow. Wir lassen die Stadt Teltow südlich liegen, wechseln auf der Knesebeckbrücke zum Nordufer, umradeln die frühere Teltowwerft und biegen in den von Röhricht gesäumten Grenzweg am Buschgraben ein.

Durch das Einfamilienhausgebiet Neuruppiner Straße erreichen wir die Benschallee und den schnurgeraden Königsweg.
Von der Königswegbrücke blicken wir auf die Autobahn und den ehemaligen Kontrollpunkt Dreilinden . Die ehemalige Grenzübergangsstelle Drewitz lag südlich hinter der Autobahnkurve. Der ursprüngliche Kontrollpunkt Dreilinden , an der alten Autobahnbrücke über den Teltowkanal gelegen, ist über eine Nebenroute auf der renaturierten Trasse der alten Autobahn zu erreichen. Ein freigelegtes Widerlager kann über eine kleine Stahlbrücke gequert werden. Eine Nebenroute südlich des Teltowkanals verbindet den ursprünglichen Kontrollpunkt und die Siedlung Albrechts Teerofen mit Kohlhasenbrück und Babelsberg.

Die Hauptroute erreicht, dem Königsweg folgend, den Ortsteil Kohlhasenbrück über die Nathanbrücke. Auch hier gibt es eine interessante Nebenroute, auf der man zu der ehemaligen Exklave Steinstücken gelangt. Über die Neue Kreisstraße erreichen wir den S-Bahnhof Griebnitzsee , den Endpunkt der Südroute.

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RE: Berliner Grenzweg

#3 von Marita , 15.07.2018 17:50

Die Tour 1 durfte ich mitfahren. Ein gutes Erlebnis solch geschichtliche Stationen dann zu begegnen. Wer kann sich denn heute noch die Berliner Mauer vorstellen und insbesondere die damit verbundenen großen Veränderungen sehen.
Ich finde, diese Tour ist eine gute Idee.

 
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